Das Gelände des Wysteria-Seniorenheims am Stadtrand von Toulouse blickt auf eine bewegte und ereignisreiche Geschichte zurück. Ursprünglich als spezialisierte Krebsvorsorgeeinrichtung konzipiert, erfuhr das Gebäude während des Krieges eine unerwartete Wandlung. Es diente spanischen Flüchtlingen als Zufluchtsort und bot ihnen inmitten der Wirren jener dunklen Zeit einen Ort der Ruhe.
Im Laufe der Zeit und aufgrund sich wandelnder medizinischer und sozialer Bedürfnisse wurde das Wysteria-Seniorenheim jedoch nach und nach aufgegeben. Ende der 1970er-Jahre begann sein Niedergang, da im Großraum Toulouse neuere, modernere und besser ausgestattete Senioreneinrichtungen entstanden.

Das Anwesen Wysteria scheint heute in der Zeit stehen geblieben zu sein. Seine Korridore, einst erfüllt von Fürsorge und Zusammenhalt, hallen nun in Stille wider. Die Fenster zeugen von vergangenen Leben, doch jahrelange Vernachlässigung hat ihre Spuren an den bröckelnden Mauern und den einst üppigen Gärten hinterlassen.
Trotz seines heruntergekommenen Zustands verströmt das Wysteria-Seniorenheim einen geheimnisvollen Charme und zieht Stadterkunder und alle an, die sich für vergessene Geschichten interessieren. Es ist ein Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen, jedes Zimmer eine Geschichte erzählt und die nostalgische Atmosphäre zum Nachdenken über den Lauf der Zeit und das Schicksal verlassener Orte einlädt.




