Das Sanatorium Dreux oder Sanatorium Bas Buissons war ein auf die Behandlung von Lungentuberkulose (Phthisis) spezialisierter Kurort mit Sitz in Dreux im französischen Département Eure-et-Loir.
Der im Bois de la Muette gelegene Sanatoriumsstandort besteht aus dem Sanatorium selbst, genannt „Clinique Laennec“, und dem Präventorium „Thérèse Viollette“.
Es wurde zwischen 1928 und 1932 von den Architekten Georges Beauniée und André Sarrut erbaut. In den 1930er Jahren wurde es intensiv genutzt, doch aufgrund des medizinischen Fortschritts wurde es in den 1950er Jahren obsolet und 1990 aufgegeben.
Bau und Höhepunkt (1928–1939)
Unter der Leitung von Bürgermeister Maurice Viollette wurde das Sanatorium zwischen 1928 und 1932 errichtet, um der Ausbreitung der Lungentuberkulose entgegenzuwirken.
1935 wurde das Frauenerholungsheim errichtet. In diesen Jahren erreichte das Sanatorium seinen Höhepunkt mit einer Kapazität von rund 1.000 Personen, diese Zahl wurde jedoch nie erreicht.
Die Patienten, meist Kinder, könnten mehrere Jahre dort bleiben. Allerdings handelte es sich dabei in erster Linie um eine Maßnahme der Entfernung. Die Behandlung der Patienten erfolgte dort fast ausschließlich im Solarium. Als modernes Gebäude konzipiert, entwickelt es sich allmählich zu einer „Todesfalle“.
Während des Zweiten Weltkriegs (1939–1945)
Im Jahr 1940 war das Gebäude nur zu einem Drittel seiner Kapazität ausgelastet, was den Niedergang des Ortes bereits erahnen ließ.
Zwischen 1942 und 1943, nach der Verabschiedung mehrerer Gesetze zum Status der Juden unter dem Vichy-Regime, schloss sich Direktor Gabriel Roche einer Widerstandsbewegung an und verhinderte den Tod mehrerer Juden, indem er falsche Atteste ausstellte, um seine Patienten behalten zu können.
Niedergang und Nutzlosigkeit von Orten (1945–1990)
Nach dem Krieg wurde das Sanatorium durch den Fortschritt der Medizin langsam nutzlos. Ab 1956 wurde es sukzessive stillgelegt, diente jedoch zunächst als Altenheim und von 1962 bis 1980 als medizinisch-lehrreiches Institut. Bis Ende der 1980er Jahre wurden hier vor allem Patienten mit seltenen Erkrankungen untergebracht.
Aufgabe (1990–2021)
Der Standort wurde 1990 geschlossen und 1999 von der Stadt Dreux für einen symbolischen Franc gekauft.
Im Juni 2016 stürzte ein 19-jähriger Mann von einem der höchsten Gebäude des Sanatoriums und starb. Nach einem Schweigemarsch kündigte das Rathaus Notfallmaßnahmen an, um den Zugang zum Gelände zu verhindern. Seit 2021 umgeben Blechwände das komplette Gelände.
Seitdem wurde das erste Gebäude der Laennec-Klinik in das Bas Buissons Maternal Center umgewandelt.
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