Das ehemalige Krankenhaus, bekannt als „Simone-Weber-Sanatorium“, war ursprünglich eine Einrichtung zur Behandlung von Tuberkulose. Es wurde 1899 von Dr. Paul Spillmann gegründet und entstand aus der Notwendigkeit heraus, die sich ausbreitende Tuberkuloseepidemie zu bekämpfen, die in den französischen Großstädten wütete und maßgeblich durch die industrielle Umweltverschmutzung des 19. Jahrhunderts angeheizt wurde.
Das Simone-Weber-Sanatorium spielte über die Jahre hinweg eine entscheidende Rolle im Gesundheitswesen. Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs diente es als Lazarett für Verwundete, darunter auch tuberkulosekranke Soldaten. 1972 wurde es von einer Gruppe von Ärzten, insbesondere von den Ärzten Romeuf, Bertheau und Thérèse Jonveaux, übernommen und bis 1997 geleitet.

Im Jahr 2006 verlegte das Krankenhaus seine Patienten in das neue Krankenhaus Saint-Julien und stellte damit seinen medizinischen Betrieb ein. Seitdem ist das ehemalige Sanatorium Simone Weber verfallen und hat Jahrzehnte medizinischer Geschichte hinter sich gelassen. Es zeugt von der Entwicklung des französischen Gesundheitswesens.




